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24.10.2013 10:00:13
Hut ab und meine vollste Hochachtung. Eine sehr informative und gelungene Seite.
alentuatt
14.02.2013 16:47:23
Super Seite. Vielen Dank.
06.11.2012 11:02:09
Nun bin ich gespannt wie mir deine Seite gefällt...
Annette
28.09.2012 21:24:33
Sehr schön gemacht. Die WebCam gefällt mir besonders
08.09.2012 17:59:22
tolle seite Wink
St. Jürgen Kapelle

St. Jürgen-Kapelle

 

Neben dem Hospital zum Heiligen Geist bestand in Deutschland während des
späten Mittelalters auch eine St. Jürgen Kapelle mit einem angeschlossenen
Hospital. Es diente wohl im wesentlichen der Verwahrung der Form Aussatz
(Lepra) befallenen Kranken. Dieser Krankheit, die im Verlaufe der Kreuzzüge
aus den Orient nach Europa eingeschleppt war, stand man seinerzeit ziemlich
ratlos gegenüber und bekämpfte sie zuerst lediglich durch Isolierung - oder
Aussetzung (daher der Name) - des Kranken. Dieser wurde unter geistlichem
Beistand vor das Tor der Stadt in das Aufnahme-Hospital geleitet,wo man für
ihn eine Totenmesse abhielt,da er nunmehr als aus der menschlichen Gemein-
schaft ausgeschieden galt. Im Hospital erhielt er dann Pflege, soweit es
damals verstanden wurde. Aus dem Hospital, das also eine reine Ver-
wahrungsanstalt war,durfte er sich nur entfernen,wenn er die Bevölkerung
auf sein Nahen durch Rasseln und Klappern oder auch durch warnende Rufe
aufmerksam machte.

Bereits nach gleichem Vorbild vorhandene Hospitäler waren in Burg auf Feh-
marn, Oldesloe, Oldenburg in Holstein oder Lübeck und Travemünde zu finden.
Schutzpatron war überall St. Jürgen,der Drachenbezwinger,der als Helfer der
in Not geratenen Menschheit galt und Mittelalter hohe Verehrung genoss. In
manchen örtlichen Sagen -wie z. B. in Travemünde- hat die ursprünglich im
vorderen Orient beheimatete Legende vom heiligen Georg, dem Drachenbe-
zwinger, die niederdeutsche Ausdrucksform gefunden. Diese Einrichtungen
erfreuten sich überall als wirksame Stätten der Abwehr von Krankheit und
Seuchen größerer Stiftungen durch die Bürger der Städte und die Adelsherr-
schaften.

Kurz vor dem Jahre 1418 fand man im Grase auf einem Hügel eine geweihte
Hostie, die - wie man später vermutete - vom Altar entwendet war und zu
abergläubischen Zwecken dienen sollte. Der für die damalige Zeit aufregende
Fund bewog die Menschen, diese Städte aufzusuchen, an die sich bald der
Ruf besonderer Heilungskraft und Wundertätigkeit knüpfte. Der Neustädter
Pfarrherr und die Kirchengeschworenen nutzten nun diese Volksstimmung aus
und beschlossen, an der Fundstelle eine Kapelle und ein Hospital zu erbauen,
für das sie den Lübecker Bischof Johannes um Unterstützung baten. Dieser
gewährte zwar keine finanzielle Unterstützung, sprach aber am 26. Sept.
1418 mit der Ablass-Urkunde einen 40 tägigen Ablass für alle diejenigen aus,
die bei der Errichtung der Kapelle helfen würden.

Vermutlich aufgrund des Stadtbrandes im Jahre 1419, welche die Stadt
schwer schädigte, konnte erst gegen Mitte des Jahrhunderts mit dem Bau
begonnen werden.Als Bauplatz wurde die Anhöhe gewählt,wo sich der Land-
weg nach Lübeck und Eutin teilte. Durch den niederdeutschen Namen des
Schutzpatron, dem Heiligen Georg, wird der Standort der St. Jürgen Kapelle
auch mit dem Namen Georgenkrog bezeichnet. Der Platz ist jedoch nicht zu
verwechseln mit dem Gogenkrog, welcher näher am Binnenwasser gelegen
der Schützensgilde gehörte.

Um 1740 wird die Ortsangabe wie folgt vermerkt : " St. Jürgen Capelle auff
dem hiesigen Vordersten Holm auf der rechten Hand am Heck da der Hügel
ist". Im Herbst 1843 trug man beim Chausseebau einen Hügel ab, nordöstlich
nahe der Straße, an der die alten Landstraßen nach Eutin und Lübeck sich
trennen zwecks Bodengewinnung für den durch die Niederung führenden
Damm; dabei stieß auf zahlreiche Gebeine und das Fundament eines Ge-
bäudes und hat damit den letzten Rest des St. Jürgen Stiftes beseitigt.

Anmerkung :
Als Standort der alten Kapelle wird das Areal gegenüber des heutigen
McDonalds in der Eutiner Straße (großen Wiesen) vermutet.

Die St. Jakobus-Statue, in der sich der Ablassbrief des Bischofs befand, die
später  nach dem Abbruch  der Kapelle  in die Stadtkirche gebracht wurde,
wo sie bis 1826 noch vorhanden war, dann aber 1867 schon im Privatbesitz
von Prof.  Dr. Thaulow in Kiel sich befand. 1928 wurde die Statue im Zuge
eines großangelegten Verkaufs von Sammlungsgegenständen nach Hamburg
an die ehemalige Galerie alter Kunst veräußert, über deren Verbleib ist seit
dem nichts weiter bekannt.

 
(Jacobusstatue aus der
St. Jürgen-Kapelle;
seit 1928 verschollen
)
(Quelle: Heimatbuch von Johannes Hugo Koch, Selbstverlag)
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