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24.10.2013 10:00:13
Hut ab und meine vollste Hochachtung. Eine sehr informative und gelungene Seite.
alentuatt
14.02.2013 16:47:23
Super Seite. Vielen Dank.
06.11.2012 11:02:09
Nun bin ich gespannt wie mir deine Seite gefällt...
Annette
28.09.2012 21:24:33
Sehr schön gemacht. Die WebCam gefällt mir besonders
08.09.2012 17:59:22
tolle seite Wink
Stadtbrand 1817

Lang, aber sehr interessant !!!

Einst ein kleiner Marktflecken wuchs nur statt im Laufe der Zeit zu einer kleinen Stadt

heran, als deren Gründungsjahr 1244 angegeben wird.Im Mittelalter lagen die Häuser
beieinander um die Kirche gescharrt. Sicherlich vermittelte dies den Menschen ein Ge-
fühl der Geborgenheit.
Die damals rund um die Stadt verlaufende Mauer gab dem Bürger überdies eine größere
Sicherheit.
Wenn man von Lübeck her von der Stadt ankam, sah man zur rechten als einziges
Wohngebäude vor dem Brücktor das Hospital als Zufluchtsstätte führe durchwandernde
alte und kranke Menschen. Später wurde das Gebäude als Unterkunft für alte Neustädter
Bürger genutzt. Ebenfalls an der rechten Seite der Straße vor dem Brücktor befanden sich
große Holzlager. Das Holz wurde in den umliegenden Wäldern geschlagen und ausgeführt.
Zum Brücktor hinüber überspannte eine Holzbrücke die schmalste Stelle des Hafens.

Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts hatte sich Neustadt trotz mehrerer Brandkatastrophe
gut entwickelt. Der Hafen, die Werften und die Fischer hatten viel dazu beigetragen, dass
immer mehr Fremde ihren ständigen Wohnsitz in der Stadt Namen, weil sich hier einen Ar-
beitsplatz fanden. Auch die liebliche Lage der kleinen Stadt am Rande der Holsteinischen
Schweiz, die hier mit ihrem sanft anfallenden Hügeln und den herrlichen Mischwäldern bis
dicht an die Ostsee reicht, mag viel zu ihrem Aufblühen beigetragen haben.

September des Jahres 1817 lag goldene Herbstsonne auf den Dächern von Neustadt.
Geruhsam saßen die Bürger vor ihren Häusern und ruhten sich von der Feldarbeit aus. Sie
waren zufrieden, denn eine gute Ernte lag geborgen in ihren Scheunen.Viele Genossen
beim gemütlichen Klönsnack mit den Nachbarn die Herbstsonne, um manche Sprache voller
stolz von ihrem Rathaus auf dem Marktplatz,das erst vor kurzem unter Aufwendung
erheblicher Mittel können wir uns den gestiegenen Bedürfnissen der Stadt entsprechend
umgestaltet worden war.

In diese Idylle brach in der Nacht vom 28. zum 29. September das große Unglück über die

Stadt herein. Gegen Mitternacht wurden die Bewohner durch das Läuten der Sturmglocke
und die Schreie: Feuer...Feuer... aus tiefem Schlaf aufgeschreckt.Doch ehe sie richtig er-
kannt hatten,was los war,stand die Stadt schon an mehreren Stellen im lodernden Flam-
men, und das Feuer wälzte sich gleich einem Strom immer weiter durch die engen Gassen.
Wie Schneeflockengestöber flogen sprühende Funken herum. Brennende Gegenstände
wurden durch den Feuersturm weit durch die Luft geschleudert, fielen auf Häuser, die
nicht in unmittelbarer Nähe des Brandherdes lagen, so dass auch diese bald in Flammen
standen.

Das Feuer war in der Fischerstraße in der mit kommt erfüllten Scheune des Landmannes
Peemüller ausgebrochen. Bei einem heftigen Südwestwind wurde es rasch stadteinwärts
getrieben, erfasste bald die angrenzende Brückstraße und breitete sich bis zum Markt aus.
Dort stand zuerst die Kirche in hellen Flammen, nachdem ihr hölzerner Dachreiter krachend
zusammengestürzt war.Es muss ein schaurig-schöner Anblick gewesen sein,als der Nacht-
wind durch das brennende Gebälk fuhr und die glühenden Holzteile aufloderten,ein Anblick,
der sich jedem, der dies damals mit erlebte, in leblanger Erinnerung geblieben ist.

Heute erinnert ein großes Bild im Feuerwehrhaus an diesen verheerenden Brand das Bild ist
ein Geschenk des ehemaligen Bürgervorstehers Koch zur Einweihung des Feuerwehrhauses
im Jahre 1971. Leider die damals auch der stolz der Bürger, das renovierte Rathaus, nicht
verschont.Es stand der Längsseite der Kirche gegenüber dort,wo heute die Bushaltestelle
ist, und wurde rasch von den Flammen erfasst. Unter Lebensgefahr versuchten einige
Bürger wenigstens die Akten, das Archiv und andere wichtige Unterlagen zu retten, was
den wagemutigen Helfern auch zum größten Teil gelang. Aber bald musste man auch hier
alles dem Feuer überlassen, denn anders schon war nicht zu denken. Es brannte ja überall.
Inzwischen hatte das Feuer auch die neben der Kirche liegenden Gebäude u.  Schulhäuser
in Mitleidenschaft gezogen. Sie wurden mehr oder weniger ein Raub der Flammen. In der
Fischerstraße und in der Brückstraße wütete der Brand am stärksten. Hier fand das Feuer
in den Scheunen und Wohnhäusern immer neue Nahrung. Die Bürger versuchten von ihrer
Habe so viel wie möglich zu retten u. trugen sie ins Freie.Doch ein gewaltiger Funkenregen
aufs Korn, Heu und Stroh wurde vom Westwind durch die Straßen gewirbelt. Er legte sich
auf die geretteten Gegenstände und vernichtete diese auch noch.

Wo man auch hinschaute, überall sah man in ein Feuermeer, und der Sturm brachte immer
wieder frischen Sauerstoff in die alles vernichtenden Flammen. Löschen konnte man da
nicht mehr. Es gab auch damals keine organisierten Rettungsmannschaften und keine ge-
eigneten Geräte, um einer solchen Katastrophe Herr zu werden. Einen unbeschreibliches
Chaos breitete sich in der Stadt aus.Schreiende Menschen suchten in ihrer Verzweiflung
irgendwo Schutz, aber bald erwies sich auch dieser als gefährdet.Die Panik wurde noch
vermehrt durch blökende Rinder und quietschende Schweine, die in ihrer Todesnot durch
die Straßen rannten, bis auch sie den Flammen zum Opfer fielen. Es herrschte eine er-
stickende Hitze in den engen Gassen. Man konnte kaum atmen. Herumfliegende brennende
Speckseiten und Branntweintönnchen und große Klumpen brennendes Korn gefährdeten
die Retter und auch die weiter ab liegenden Gebäude.



"Ach, was sollte man machen? Wo sollte man zupacken?"
Hatte das Feuer erst eins der Fachwerklehmhäuser erfasst, stand es schon nach wenigen
Minuten in hell lodernden Flammen und bald war nur noch ein schwelender Trümmerhaufen
übrig.

Unten an der Hafenbrücke waren alle verfügbaren Helfer dabei, mit Eimern und Kübeln
Wasserwagen zu füllen, die dann in schneller Fahrt zu den schlimmsten Transporten
preschten. Doch die Naturkräfte hatten sich in dieser Nacht gegen die Neustädter ver-
schworen. Der starke Westwind hatte das Wasser aus dem Hafen gedrückt. Der Wasser-
stand war in dieser Nacht so niedrig, dass beim Schöpfen Schlamm in die Eimer geriet,der
dann die Spritzen verstopfte. Die Männer mussten ihren Einsatz unterbrechen, um die
Spritzen zu reinigen und konnten erst danach ihre dringend notwendigen Hilfsmaßnahmen
fortsetzen. Alle arbeiteten und halfen bis zur völligen Erschöpfung.
Als dann der Morgen heraufdämmerte,fand das Feuer nur noch wenig Nahrung, und gegen
4 Uhr morgens erlosch es allmählich.

In nur 4 Stunden waren einige Straßen teils ganz, teils halb niedergebrannt. Alle Häuser
rund um den Markt waren vernichtet.Mehr als die Hälfte der Stadt lag im rauchenden
Trümmern.
In dieser schicksalsträchtigen Nacht waren von den 258 Häusern der Stadt 138 in den
Flammen aufgegangen. 213 Familien hatten ihr ganzes Hab und Gut und ihre Wohnung
verloren. 804 Menschen waren in diesen 4 Stunden obdachlos geworden und standen nun
vor dem blanken Nichts. Ebenfalls verbrannten 51 Scheunen und 38 Stallungen. Glück in
diesem großen Unglück muss es genannt werden, dass diese Brandnacht kein Menschen-
leben forderte. Nur einige Verletzte waren zu beklagen gewesen.

Dank und Anerkennung gebührte den herbeigeeilten Spritzen aus Eutin und den umliegen-
den herzoglichen Fideicomiß-Gütern. Sie haben großen Anteil daran, dass nicht die ganze
Stadt vom Feuer zerstört worden war. Durch ihren aufopfernden Einsatz blieben immerhin
120 Häuser und einige Stallungen erhalten. Damalige Schätzungen bezifferten den Brand-
schaden auf ca. 75.000 Rthlr. Cour. Das war die traurige Bilanz dieser einzigen
Unglücksnacht.
Erst der helle Morgen brachte den Neustädter Bürgern das ganze Ausmaß der schreck-
lichen Feuersbrunst zu Bewusstsein. Überall blühten noch Brandnester. Herunter- gestürzte,
verkohlte Dachbalken lagen in den Ruinen. Es muss ein herzzerreißender Anblick gewesen
sein, die Menschen,die sich noch am Abend zuvor wohlhabend nennen durften,nun völlig
verarmt mit verzweifelten Gesten in ihrer zu
Asche verwandelten Habe herumstochern zu
sehen.

Man hat schon damals eingehend nach der Ursache der großen Katastrophe geforscht und
dazu mehrere Personen vernommen. Einige Sätze des Berichtes über diese Vernehmung im
November 1817 sollen hier als Zeitdokument im Original wiedergegeben werden. (Näheres
zur Vernehmung kann unter dem Menü-Punkt Vernehmung Stadtbrand 1817 nachgelesen
werden.)


Trotz der genauen Vernehmungen ist die Ursache des Feuers nie geklärt worden. Die
Täterschaft des verdächtigten Fremden blieb nur eine Vermutung.

Etwas Gutes förderte der Brand doch zutage. Beim Abräumen des Brandschuttes fand
man das verlorengegangene alte Stadtsiegel. Es wurde der Stadt wahrscheinlich von
dem holsteinischen Grafen Gerhard I. zum Geschenk gemacht, war also über 600 Jahre
alt.
Das Siegelbild zeigt ein Nesselblatt und darunter einen Kahn mit 2 Personen, von denen
die eine das Blatt hält,während die andere ein Ruder umklammert. Die Umschrift lautet:
Sigillum Burgensium De Nova Crempa ( Siegel der Bürger von Neuen-Crempe ).
Ursprünglich war der Name unserer Stadt Nien-Crempe, später wurde daraus Nienstadt
und dann Neustadt.

(Quelle: Neustadt und sein Brandschutz, Herbert Zimpel, Selbstverlag, 1984, S. 7-11)
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