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24.10.2013 10:00:13
Hut ab und meine vollste Hochachtung. Eine sehr informative und gelungene Seite.
alentuatt
14.02.2013 16:47:23
Super Seite. Vielen Dank.
06.11.2012 11:02:09
Nun bin ich gespannt wie mir deine Seite gefällt...
Annette
28.09.2012 21:24:33
Sehr schön gemacht. Die WebCam gefällt mir besonders
08.09.2012 17:59:22
tolle seite Wink
Kirchliche Entwicklung

Neustädter Kirchengeschichte zur Zeit der Reformation und die Zeit danach

 

Über die Einführung der Reformation  in Neustadt liegen keine genauen Nachrichten vor. Wir wissen auch nicht, ab wann bzw. in welchem Jahr erstmals evangelische Prediger aufgetreten sind,um die Lehre Luthers bekannt zu machen. Sicher ist auf jeden Fall, dass die Reformation hier nicht  wie in Wittenberg  oder  Worms  ausbrach, sondern vielmehr von oben her, durch den Willen des Landesherrn, eingeführt wurde.
Landesherr war in der Zeit von 1471 - 1533 Herzog  Friedrich I  von Schleswig-Holstein, ab 1523 auch König von  Dänemark. Friedrich I  war  verheiratet  ab  1502 mit der  Herzogin Anna aus dem Hohenzollernhause. Sie war eine Schwester des Kurfürsten Joachim I von Brandenburg, der ein Gegner der reformatorischen Bewegung war.


Auf Bitten der  Herzogin Anna empfahl der  Herzog Friedrich I  im Jahre 1511 den Kaplan ihrer Schlosskirche zu Gottorf dem Rat von Neustadt. Der Rat wird dieser Empfehlung gefolgt sein, und so finden wir noch 1524 den  Kaplan  Kock  als  katholischen  Vikar  an der  Stadtkirche (siehe Orgelfuge XIII). Johannes Kock hat aber nicht bis an sein Lebensende  hier  in  Neustadt  gewirkt,  denn  inzwischen hatte die Reformation auch in Neustadt Einzug gehalten. Wir finden ihn 1543 wieder als "de olde Caplan" auf Gottorf.
Aber der Reihe nach: 1521 war der Sohn des Herzog Friedrich I, der später als Christian III sein Nachfolger  und  dänischer  König wurde, mit seinem Hofmeister  Johann  Rantzau, auf  dem  Wormser Reichstag zugegen  und fühlte sich stark veranlasst, für Luthers Auffassung des Evangeliums auch in Schleswig-Holstein einzutreten.
In der Folgezeit traten auch lutherisch beeinflusste Geistliche in den Herzogtümern auf, so zum Beispiel 1522  Hermann Tast  in  Husum.

Friedrich I  erließ  1524,  schon  als  dänischer  König,  die Verfügung, dass niemandem aus seiner Religionszugehörigkeit Nachteile entstehen durften. 1528  wurde  dann  jedoch verfügt,  dass  alle  Priester  verheiratet  sein sollten,  die  Mönche  wurden  vertrieben, die Bettelklöster zu öffentlichen Anstalten umgewandelt.
Nachdem Christian III 1533 die Nachfolge seines Vaters angetreten hatte und nach dem endgültigen Sieg in der "Grafenfehde" 1533 - 1536, war die Reformation im Landes nicht mehr aufzuhalten. Bei  seinen  Bemühungen, den Protestantismus durchzusetzen, stand dem König Christian III mit der Berufung Johannes Bugenhagens ein erfahrener Organisator zur Seite.   Mit  seinen  Kirchenordnungen  für  Dänemark und  danach für Schleswig-Holstein,  die auf dem Landtag  zu Rendsburg am  9.  März  1542 Zustimmung fanden, wurde er zum "Reformator des Nordens".

Aber wie war der Ablauf der Reformation in Neustadt? Von 1537 an wurde in unserer Stadtkirche die  lutherische  Lehre verkündigt. Der erste evangelische Prediger war Silvester Struck.  Von ihm  wissen  wir, dass er eine Schwester aus  dem hiesigen Nonnenkloster, Abel  Rantzau, heiratete. Sie war eine Nichte der letzten Priorin des Klosters, Ida von Buchwald, die der Reformation  streng ablehnend 
gegenüberstand.

Abel Rantzau setzte sich gegenüber ihrer Tante, der Priorin,  durch  und reichte, wie Catharina von Bora dem Reformator Martin  Luther,  dem evangelischen Prediger Silvester Struck die Hand zum Ehebund.

Trotz  der Einführung der Reformation blieb in Neustadt anscheinend noch mancherlei katholisches Wesen und äußere Religionsausübung erhalten. Darauf deutet  ein altes Inventarverzeichnis  unseres  Kirchenarchivs aus dem Jahr 1635  (Nr. 47 des Bestandsverzeichnisses) hin,  in welchem eine größere Anzahl von Gegenständen des kirchlichen Gebrauchs aus der katholischen Zeit aufgeführt wird.Man scheute sich sicherlich, die wertvollen Messgewänder usw. fort zu tun und  hat sie hier  wie anderswo vorerst  noch weiterbenutzt.  So hatte man  hier  noch  im Oktober 1635 unter anderem:


Ein  Kupfern  vergüldetes  Weyrauch  Faßkann,  ein  roht Sammitten Mißgewandt, noch ein braun Sammitten Mißgewandt, ein roht Dammaschen Mißgewandt, noch ein roht in bruen Mißgewandt mit gülden Vogelen, Item ein Leib ferbet leinen Mißgewandt, welches etwas in Blum Werk vergüldet, ein  Alt  Roht  tafften  Mißgewandt,  mit  einem weißen  Crucifix, noch zwei processiones  blau  leinen  Fahnen, mit Bildern  vermahlet, und  manches andere mehr.


Die evangelischen  Pastoren  in  Neustadt  haben die Gewänder im Gottesdienst wohl erst nach u. nach gegen den schwarzen Chorrock Luthers eingetauscht,  aber  das Hauptstück evangelischen Wesens und Gottesdienstes, die Lutherbibel, sogleich eingeführt. Mit der Reformation hat auch die letzte Stunde des Neustädter Kalands (Orgelfuge XIII) geschlagen. Sobald die katholischen Altäre ihre Priester verloren und diese durch einen evangelischen Pastor ersetzt wurden, welcher keine Messe mehr zu lesen hatte, sondern sein Amt als Prediger und  Seelsorger ausrichtete und christliche Amtshandlungen wie Taufe, Trauung und Beerdigung anbot, war der Kaland überflüssig.


Die Einkünfte der Vikarien gingen nach der Reformation auf den herzoglichen "Secretarius" Sebastian Corper über und nach seinem Tode 1569 an den herzoglichen Rat und Kanzler Adam Fratziger, damit er davon seinen Sohn in Wittenberg studieren lassen konnte.


Die Einwirkung der Reformation auf das Schulwesen in Neustadt können wir leider im Einzelnen nicht nachweisen, da keine Unterlagen darüber vorhanden sind. Doch schon vor dem Einsetzen der Reformation ist in unserer Stadt gesichert, dass bereits ein Schulhaus vorhanden war, dessen Neubau die Kirche durch ihre Geschworenen nach dem Stadtbrand 1399 wieder errichten ließ. Enge Beziehungenzwischen Kirche u. Schule sind demnach in unserer Stadt von altersher traditionell. Nach der Reformation stellte die Kirche der Schule und den Lehrern neue Räume in der Gertrudenkapelle zur Verfügung. Auch wurden wohl mehr Lehrkräfte eingestellt, da eine Vergrößerung der Schule und Neueinrichtungen ein Hauptanliegen Luthers war.

Auf das "Hospital zum Heiligen Geist" (das seit seiner Ordnung von 1447 und seiner allmählichen Entwicklung zu einer Stiftung nach Art der "Bruderschaften vom gemeinsamen Leben" geworden war) scheint die Einführung der Reformation keine unmittelbare und merkliche Wirkung gehabt zu haben. Nur allmählich ist durch die Einwirkung der Reformation aus der "Bruderschaft vom gemeinsamen Leben" ein Armenhaus des 17. Jahrhunderts geworden. Erst 1620 wurde nach einer durchgreifend revidierten Hospitalsordnung eine neue Entwicklung eingeleitet. Die Säkularisation (Einziehung/Nutzung) des Augustinen-Nonnenklosters unserer Stadt erfolgte erst nach 1540 oder 1546.


Offenbar sind die Klostergebäude dann unbenutzt und ohne pflegliche Behandlung allmählich verfallen und zu einer "wüsten Chlosterstätte" geworden. Im Gegensatz zu dem raschen Verfall des Nonnenklosters wurde die "Gertrudenkapelle" noch Jahrhunderte hindurch erhalten als Wohnung und Schulgebäude, bis der große Stadtbrand sie 1817 vernichtete.

 
(Quelle: Heimatbuch von Johannes Hugo Koch, Selbstverlag)
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