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24.10.2013 10:00:13
Hut ab und meine vollste Hochachtung. Eine sehr informative und gelungene Seite.
alentuatt
14.02.2013 16:47:23
Super Seite. Vielen Dank.
06.11.2012 11:02:09
Nun bin ich gespannt wie mir deine Seite gefällt...
Annette
28.09.2012 21:24:33
Sehr schön gemacht. Die WebCam gefällt mir besonders
08.09.2012 17:59:22
tolle seite Wink
Vernehmung Stadtbrand 1817

Im Anschluss an den großen Stadtrand von 1817 wurden im Zuge der Ermittlungen zahlreiche Vernehmungen durchgeführt. Eine dieser Vernehmungen wird hier im Original wiedergegeben:

“In Veranlassung eines vom Magistrat zu Neustadt erlassenen Schreibens um Abhörung mehrerer Personen in Beziehung auf den in der Nacht vom 28. zum 29 im September d. J. daselbst entstandenen Brand war heute vorgeladen und erschienen zur Abhörung:

1. Marie Margreth Elisabeth Wittern, gebürtig von Eckhorst bey Lübeck, alt beinahe 16 Jahre, bereits confirmirt, dient seit Michaelis d. J. bei dem Herrn Bürgermeister Eckermann hierselbst. Erinnert die Wahrheit zu sagen, wie sie solche mittelst Eides allenfalls wird erhärten können, deponirt sie:....“
(bei ihrer Vernehmung in Eutin).
Nun, diese Deponentin, wie das zum Verhör vorgeladene Mädchen in der Urkunde genannt wird, gibt zu Protokoll, dass sie zur Zeit des großen Brandes bei dem Schenkwirt und Ackermann Peemüller in der Brückenstraße gewohnt habe. Peemüller habe sie vor viereinhalb Jahren als Kind angenommen, weil ihr Vater tot sei. Peemüllers Frau sei eine Schwester ihres seligen Vaters.
Die Deponentin sagt weiter aus: das Vieh sei auf dem Felde gewesen bis auf zwei Füllen. Diese beiden Jungtiere seien in der mit Korn gefüllten Scheune untergebracht gewesen. Ob sie angebunden gewesen seien, wisse sie nicht. In der Regel habe ihr Dienstknecht die Tiere gefüttert, mitunter auch der Herr. Es wäre meistens bei Tage abgefüttert worden. Wenn im Stall doch einmal Licht erforderlich gewesen sei, so habe Peemüllers neunzehnjährige Tochter dem Knecht mit einer Laterne leuchten müssen. Sicher sei, dass am Abend vor dem Feuer kein Licht in der Scheune gebraucht worden sei.
Unmittelbar neben Peemüllers Hofstelle liege die Scheune des Schiffers Bernitt, in die man nur über Peemüllers Hof fahren konnte. Bernitt und Peemüller seien gute Freunde gewesen. Bernitt wäre oft in seine Scheune gegangen, ob auch am Abend vor dem Feuer, das wisse sie nicht. Die Steinbrückers hätten oben nach hinten hinaus und nach Gundersens Haus zu schlafen , zwei und zwei beinander. In einer anderen Kammer hätten der Knecht und der andere Mann geschlafen. Unten im Hause habe der Schuster Lange gewohnt, dessen Geselle in einer Kammer im Hause ganz allein geschlafen habe.

In der Nacht sei die Deponentin und ihre Beischläferin wegen des Feuers von Peemüller und seiner Frau geweckt worden. Der Schuster und seine Frau wären schon auf gewesen. Auf der Straße wären viele Menschen in Bewegung gewesen. Peemüllers große Scheune und auch Bernitts Scheune hätten schon gebrannt, als sie in den Hof hinuntergegangen sind. Die Dachziegel wären schon von diesen beiden Gebäuden herabgefallen . Im Hof wären mehrere Leute gewesen. Das Wohnhaus hätte noch nicht gebrannt, aber die Tür wäre schon auf gewesen. Aus der Scheune, die mit einem hölzernen Schloss, zu dem ein hölzerner Schlüssel gehörte, verschlossen war, hätte man die beiden Füllen retten wollen. Aber nur das eine stand im Hof. Das andere wäre schon tot gewesen.
Das Feuer habe sich rasch ausgebreitet und Peemüller habe gleich gesagt, dass dies böse Menschen getan hätten. Peemüller und auch sein Knecht hätten beide geraucht, jener nicht stark. Weil aber in Neustadt das Herumgehen mit brennenden Pfeifen auf den Höfen, in den Scheunen und auch auf der Kegelbahn verboten sei, hätten Peemüller und sein Knecht dies auch nie getan. Die Deponentin gab noch an, es sei vor etwa einem halben Jahr ein fremder Mann in Arrest gewesen und dann aus der Stadt gebracht worden. Dieser Mann soll geäußert haben," dafür wolle er Neustadt noch einmal recht gut sein Einfluss“. Die Deponentin habe diesen Menschen in der Brandnacht zwar nicht gesehen, aber während des Feuers hätten sich etliche wieder an ihn und seine Drohung erinnert.““-

Es wurden noch drei  andere Personen verhört, nämlich Heinrich Haß aus Eutin, der sich während des Feuers in Neustadt aufgehalten hatte, der Arbeitsmann Heinrich Litzenberg und Max Willert aus Fissau, der gerade bei Peemüller logierten.

 
(Quelle: Neustadt und sein Brandschutz, Herbert Zimpel, Selbstverlag, 1984, S. 11-13)
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