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24.10.2013 10:00:13
Hut ab und meine vollste Hochachtung. Eine sehr informative und gelungene Seite.
alentuatt
14.02.2013 16:47:23
Super Seite. Vielen Dank.
06.11.2012 11:02:09
Nun bin ich gespannt wie mir deine Seite gefällt...
Annette
28.09.2012 21:24:33
Sehr schön gemacht. Die WebCam gefällt mir besonders
08.09.2012 17:59:22
tolle seite Wink
Urzeitsiedlung in Neustadt
Die letzten Jäger und Sammler in Neustadt

Unterwasserausgrabung eines Siedlungsplatzes der Ertebølle-Kultur in
Neustadt in Holstein (
August 2000 - 2006)

Um etwa 5500-4100 v. Chr. lebten im heutigen Dänemark, Schleswig-
Holstein, in Gebieten der Ostseeküste bis ins Baltikum und in Süd-
schweden die letzten Wildbeuter. Wie der Name schon sagt, erwarben
sie ihre Nahrung hauptsächlich durch die Jagd oder den Fischfang, im
Gegensatz zu den bäuerlichen Kulturen, die zur gleichen Zeit im Süden
lebten. Sie wussten außerdem bereits,wie man Keramiktöpfe herstellte.
Die Archäologen gaben diesen letzten Jägern und Sammlern den Namen
Ertebølle Kultur, nach einer Fundstelle im nördlichen Jütland.
Seit dem 19. Jahrhundert wurden immer wieder Hinterlassenschaften
jener Kultur im Vorhafengelände Neustadts entdeckt. Bei einer näheren
Untersuchung des Gebiets im Jahre 1999 stellte sich heraus, dass man
es mit endmittelsteinzeitlichen Siedlungsresten zu tun hatte, die sich in
3-4m Tiefe befanden. In den folgenden Jahren, genauer gesagt von
2000-2006, untersuchten Mitarbeiter des Archäologischen Landesamtes
Schleswig, Forschungstaucher der Universität Kiel und die AMLA den
Fundplatz taucherisch. Damit kleinste Funde bei der Grabung nicht ver-
loren gingen, saugte man mit Injektoren die Fläche ab und fing das Fund-
material in engmaschigen Sieben auf. An Land wurden diese gesäubert
und sortiert.

Unter den gemachten Funden befanden sich vor allem Dinge aus dem täg-
lichen Gebrauch, wie zum Beispiel Werkzeuge aus Flint oder Holz. Dazu
gehören Scheibenbeile, Schaber und Bohrer. Außerdem bestimmten Holz-
speere, Pfeile, Knochenharpunen und weitere Jagdwaffen das Fundbild.
Besondere Erwähnung verdienen die Teile eines Einbaums aus Linde sowie
zwei donauländische Äxte, die auf Beziehungen zu Kulturen im Süden
schließen lassen. Neben den Funden fand man Tausende von Tierknochen,
deren Auswertung den Forschern Aufschluss über die Lebensweise der

Wildbeuterkultur geben. So jagte man vor allem Rotwild, Rehe und Wild-
schweine mit Pfeil und Bogen, wobei man Tiere wie Fuchs, Baummarder,
Wildkatzen und Dachse mit Fallen gefangen hat. Allerdings dominierten
unter den Säugetierresten stark im Meer lebende Arten wie Robben oder
Schweinswal, die man mit Harpunen zur Strecke brachte. Über 10.000
Fischknochen unterstützen den Eindruck, dass die Ostsee als Hauptjagd-
gebiet der hier gelebten Menschen diente. Die Auswertung ergab, dass
hauptsächlich Plattfische und Dorsche verzehrt wurden.Gefangen wurden
diese mithilfe ausgefeilter Technik wie Fischreusen und Fischstechern.


Trotz genauer Untersuchung kann bisher nicht mit Bestimmtheit gesagt
werden, ob es sich bei dieser ehemaligen Siedlung um eine ganzjährlich
genutzte Station der Ertebølle Kultur handelt. Die Menge der Funde spricht
jedoch dafür.



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Quellen:
•    Glykou, A.; Hartz, S., Neues aus Neustadt. Ausgrabungen zur Ertebølle-
und frühen Trichterbecher-Kultur in Schleswig-Holstein, Archäologische
Nachrichten aus Schleswig-Holstein 2008, 17-19
•    Halbwidl, E.; Huber, F., Zehn Jahre AMLA. Die Arbeitsgruppe für maritime
und limnische Archäologie an der Christian-Albrechts-Universität Kiel, Skyllis.
Zeitschrift für Unterwasserarchäologie, 9,2009, 54-61
•    Hartz, S., Neustadt-Marienbad wiederendeckt – Jäger und Fischer der
Ertebøllekultur an der ostholsteinischen Ostseeküste, Archäologische
Nachrichten aus Schleswig-Holstein 12, 2001, 7-26
•    Hartz, S.; Kraus, H., Submarine Archäologie und Naturwissenschaften –
Interdisziplinäre Zusammenarbeit bei der Auswertung der Steinzeitsiedlung
Neustadt in Ostholstein, Meyniana. Veröffentlichungen aus dem Institut für
Geowissenschaften der Universität Kiel Bd. 58, 2006, 179-191

 

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