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24.10.2013 10:00:13
Hut ab und meine vollste Hochachtung. Eine sehr informative und gelungene Seite.
alentuatt
14.02.2013 16:47:23
Super Seite. Vielen Dank.
06.11.2012 11:02:09
Nun bin ich gespannt wie mir deine Seite gefällt...
Annette
28.09.2012 21:24:33
Sehr schön gemacht. Die WebCam gefällt mir besonders
08.09.2012 17:59:22
tolle seite Wink
Die Seeräuberei

Die Seeräuberei

Besonders bewegte Zeitläufe begannen nach 1400, also gerade in der Zeit, als die Stadt durch die Brandkatastrophen schwer getroffen wurde. Im Verlaufe vieler Kriegszüge von 1403 bis 1435 ging es um die Machtstellung in Schleswig, dabei wurde auch Wagrien in die Kampfhandlungen mit einbezogen. In diesen Kriegszeiten mit Dänemark wurde zuerst an Mecklenburgs Küsten von deren Herzögen, um den nordischen Reichen Schaden zu tun, das Kaperwesen und der Seeraub großgezogen. Auch an den Küsten unseres Landes in Neustadt, Grömitz, Grube, Putlos, Lütjenburg, Kiel, Eckernförde erblühte das Piratentum zur See. Die Vitalienbrüder oder Liekendeeler, an einzelnen Orten oft von angesehenen Männern geführt, bildeten gleichsam einen Bund. Aus den verschiedenen Schlupfwinkeln,in die sie ihr Raubgut schleppten,um sie an Hintermänner weiterzugeben, brachen sie gleichzeitig hervor, wenn eine gute Beute winkte. Dort konnten die „Wegelagerer ur See“ unter dem Schutz der holsteinischen Landesherren ihr den feindlichen Schiffen entnommene Beute in Ruhe teilen und verkaufen. Sicherlich beließ man es aber nicht nur bei feindlichen Schiffen.

Bekannte Adelsfamilien des Landes, wie die Putloser Rantzaus, beteiligten sich an diesem  Kriege im Frieden, und die Lübecker, die bittere Klage erhoben, konnten kaum eine Kogge aus der Trave auslaufen lassen, ohne sie durch Kriegsschiffe zu schützen. Fasste man einmal solch eine Rotte, dann ging es den Seeräubern ans Leben. So ließ der Lübecker Rat 1420, als es ihm gelungen war, eine Schar von 21 Seeräubern gefangen zu nehmen, alle 21 mit dem Schwerte hinzurichten, 20 in Heiligenhafen, den Hauptmann aber in Lübeck. Dass Störtebeker und Gödeke Micheel, die 1401 in Hamburg hingerichtet wurden,auch hier bei uns ihr Unwesen getrieben haben,ist sagenhafte Verbrämung. Ihre Namen mussten wohl stellvertretend für die Taten ihrer Zeitkumpanen herhalten.


(Diese Bilddatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist.)

1420 beschwerte sich Lübeck auch wiederholt über Neustadt, das für diese Bestätigung eine besonders günstige Lage hatte. Mochten die an diesem Geschäft beteiligten Bürger guten Gewinn bei dieser Art Gewerbe finden, das sie ebenso für ihr gutes Recht halten mochten, wie der Ritter auf einer Burg den Überfall von Kaufmannszügen, so war doch der Rat der Stadt in peinlicher Lage, weil ihm an einem guten Verhältnis zur benachbarten Hansestadt liegen musste. Wir spüren diese Verlegenheit aus den noch erhaltenen Briefen. Die Anklagen waren sehr deutlich: so behauptet der Lübecker Rat mit dem 26. Juli 1420, in Neustadt säßen 200 Seeräuber, die in drei Tagen zehn Schiffe mit hansischen Gütern erbeutet hätten, obgleich sich die Lübecker bereits vielfach mündlich und schriftlich bei dem Grafen über derartige Beeinträchtigungen ihres Handels beschwert hätten. Erhalten ist in Lübeck auch zum Beispiel das Schreiben des Neustädter Rats vom 20. September 1420 wegen eines geraubten Lübecker Schiffes, das im Hafen von Neustadt lag. Es fiel natürlich sehr leicht auf die Stadt der Verdacht,mit den Seeräubern im Bunde zu stehen.So schickte Lübeck ein Kriegsschiff unter Marschall Hunold, das sich die Einfahrt in den Neustädter Hafen erzwingen sollte und die Absperrung, die in Gestalt eines verankerten Baumstammes den Hafen nach der Seeseite abschloss,zu durchbrechen suchte. Die Neustädter scheinen das verhindert u. ein Abkommen geschlossen zu haben. Im November 1421 wurde vor der Trave ein Greifswalder Schiff gekapert; von dem Eigentümer des Kaperfahrzeuges heißt es: Michel Hollander, en borger to Nygenstad dem horde de snycke to. Die das Schiff zur Kaperfahrt ausgerüstet hatten, „de wonen tor Nienstad, to Lutkenborch und Eclenvoerde“. Dort hat man auch die Beute abgesetzt, diese bestand aus: vielen Stoffen, 8 englischen Decken, 1 blauen Yperschen Laken, 13 Lasten Salz, 1 Fass Berger Fische, 8 Körben Fische, 1 Tonne Heilbutt, 1 Tonne Flackfisch, Walspeck, Zwiebelsamen, 1 Kiste Kleider, 70 Mark und 80 Gulden, Anker- und Tauwerk. Ebenso wird von zwei anderen Schnicken berichtet, deren Besatzung war „vom Ekeluoerde, der groepnisse, groben (Grömitz, Grube) unde en deel uth der Nyenstad“.
Dieselben raubten im Dezember 1421 einige Schuten mit 50 Pferden, die sie in Kiel und Lütjenburg verkauften. In Lübeck wurde erzählt, man habe die ganze Besatzung der b
eiden Schuten über Bord geworfen. Noch 1431 wurde ein Schiff bei Moen von den Vitaliern aufgegriffen und nach Neustadt gebracht. Die Eigentümer der Ladung, zwei holländische Kaufleute, sandten einen Bevoll-mächtigten zur Verhandlung darüber nach Neustadt. Auch dem finnischen Schiffer  Henning Hardeliff hatten die Seeräuber ein Schiff geraubt und dasselbe in Neustadt an Hinrich Gerdessen verkauft. Dieser verglich sich am 26. Februar 1433 vor dem Niederstadtbuch zu Lübeck mit dem ursprünglichen Eigentümer über den Besitz des Schiffes.

 
(Text-Quelle: Neustadt-Bilder zur Stadtgeschichte, Geiger-Verlag 1989, J.H. Koch, S. 27)
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