Shoutbox
Du musst eingeloggt sein um eine Nachricht zu schreiben.


24.10.2013 10:00:13
Hut ab und meine vollste Hochachtung. Eine sehr informative und gelungene Seite.
alentuatt
14.02.2013 16:47:23
Super Seite. Vielen Dank.
06.11.2012 11:02:09
Nun bin ich gespannt wie mir deine Seite gefällt...
Annette
28.09.2012 21:24:33
Sehr schön gemacht. Die WebCam gefällt mir besonders
08.09.2012 17:59:22
tolle seite Wink
Historisches Kindervogelschießen
Nach dem großen Stadtbrand von 1817 war die Stadt sehr angeschlagen und erholte sich nur langsam. Beweis des neuen Lebensmutes war auch das Wiederaufleben des Vogelschießens. 67 Bürger schießen im Sommer 1824 erstmalig nach langer Zeit wieder auf einen eisernen Vogel auf der Stange. -Die Kaufleute und Junggesellen Vorbeck und Oehlenschäger konnten "den Bitten der Jugend nicht widerstehen", 1828 das Vogelschießen für die Jugend, "waß altem ursprungs nach jährlich, inzwischen aber in einer Reihe von Jahren nicht stattgefunden hat", wieder einzurichten.

Seit dieser Zeit ist es das beliebte Neustädter Jugendfest geblieben. In der von Vorbeck geschenkten Archiv-Schatulle befand sich die Ansprache von den beiden Stiftern an die Schuljugend. Dieses Schriftstück gibt Aufschluss über die Aufstellung des Festzuges. Für jeden Schützen wurde eine Lanze mit Fähnchen angefertigt. Den Anführern des Zuges, den ältesten und gesetztesten Knaben, wurde das Tragen des Degens erlaubt, " mit dessen unschädlichen Gebrauch ihnen umzugehen gelehrt wurde". Ein stern und ein Orden wurden dem König als Auszeichnung gestiftet. Alle übrigen Auszeichnungen, bis auf eine Schärpe, die einjeder nach Willkür anlegen durfte, wurden verboten. Zu Vorstehern bei diesem Fest wurden drei Knaben gewählt, die ihre Schulkameraden einzuladen hatten. Im Jahre 1828 nahmen 42 Schüler am Fest teil. Die Rechnungsführung oblag dem ältesten der Vorsteher; dabei wurde angeordnet, dass die beiden jüngeren Vorsteher über die Richtigkeit zu wachen haben und die Rechnungen bei jedesmaligem Abschluss gegenzeichnen mussten. Die Dauer der Vorsteherschaft wurde dem Ermessen des Leiters anheimgestellt, es sollten jedoch solche Jungen gewählt werden, die sich "qualificiert" hatten und denen die Führung eines zweiten Schlüssels der Archivschatulle anvertraut werden konnte. Der Festzug wurde geschmückt durch eine Fahne des Konsuls Oehlenschläger, die er 1828 stiftete. Diese alte Fahne wurde bei der Jahrhundertfeier 1928 als erste im Festzug mitgeführt.

  Die Schule besitzt sie leider nicht mehr. Eine andere Fahne aus dem Jahre 1843 ist noch im Besitz der Schule. Sie ist vielfach eingerissen und wieder genäht und so altersschwach, dass sie nur bei ganz ruhigem Wetter im Festzug mitgeführt werden kann.
Bei der Neueinrichtung 1828 war das Vogelschießen wie überhaupt die Teilnahme an der Kinderschützengilde nur für die Schüler der ersten Knabenklasse bestimmt worden. DAher war die Zahl der Teilnehmer gering. 1828 warn es 42 Jungen, 1829 nur 36, 1835 nur 50, 1839 meldeten sich nur 35. 1843 begann die Teilnehmerzahl zu steigen, da nun auch die Schüler der zweiten Knabenklasse zu dem Vogelschießen Zutritt erhalten hatten. 1852 machten 80 Jungen mit, 1867 fanden sich sogar 127 ein. Im Laufe der folgenden Jahre wurde die Teilnahme auf die oberen vier Klassen asugedehnt. Auf Veranlassung des damaligen ersten Mädchenlehers, späteren Rektors Carsten Rehder, wurde die offizielle Teilnahme für die Mädchen am Vogelschießen eingeführt. Für sie wurde das Topfschlagen veranstaltet.

Beim Gründungsfest und auch im Jahre 1829 konnte über das Betragen der Knaben beim Fest keine Klage geführt werden, die Knaben leisteten ohne Ausnahme Folge. In den Jahren 1830 bis 1834 fand das Fest nicht statt. In den Jahren 1835 bis 1837 ist das Verhalten der Jungen anscheinend nicht ohne Tadel gewesen, denn 1838 mussten den um Veranstaltung bittenden Kindern vor dem Fest "genaue Bestimmungen über das Verhalten der Kinder vor den Direktoren" verlesen werden. Aus diesen Bestimmungen geht hervor, dass nur solche Jungen zur Teilnahme zugelassen werden sollten, "welche sich durch Fleiß und gute Aufführung des Festes würdig gemacht haben, und zwar nicht nur zur Zeit des Festes und seiner Vorbereitungen, sondern jeder Zeit". Die, von denen das Gegenteil bekannt wird, werden "zur Teilnahme nicht mit aufgefordert werden und eventuell, nachdem sie bereits eingeschrieben sind, ohne Ausnahme gestrichen werden". Unter Betonung dessen, dass der geforderte unbedingte Gehorsam der Teilnehmer und die "strenge Gelobung aller getroffenen Maßnahmen ja immer nur die Erhöhung der wahren und erlaubten Freude bewirken" solle und auf die Knaben deshalb stets sich einer gleichen Aufführung befleißigen müssten, wird unter Ziffer 4 ausdrücklich gesagt: "Erregung von Straßentumult, oder Teilnahme an demselben, Prügeleien oder gar der Besuch der Wirtshäuser und Tanzböden macht für immer von der Teilnahme ausgeschlossen. Desgleichen bewiesener Unfleiß und Ungehorsam und Wiedersetzlichkeit gegen die Lehrer". Bei der den Knaben gewährten Freiheit und Selbstständigkeit sind die 1838 so außerordentlich scharf und strenge hervorgehobenen Maßnahmen und Bestimmungen nur zu begreiflich, da man nicht in die Mißbräuche und Auswüchse früherer Jahre verfallen wollte. Als Direktoren wirkten bis 1851 Bürger und Lehrer, seit 1884 liegt die Gestaltung des Festes in der Hand des gesamten Lehrerkollegiums.

(Bildquelle: Neustadt-Bilder zur Stadtgeschichte, J.H. Koch,
Geiger-Verlag, 1989, S. 135)


(Quelle: Heimatbuch - Neustadt in Holstein, J. H. Koch, Selbstverlag, 1967, S. 160-164)

 
Login
Benutzername

Passwort



Noch kein Mitglied?
Klicke hier um dich zu registrieren

Passwort vergessen?
Um ein neues Passwort anzufordern klicke hier.
zeiTTor
Wetter in Neustadt
Statistik
Gäste Online: 2
Mitglieder Online:
Keine Mitglieder Online


Registrierte Mitglieder: 241
Neustes Mitglied: S-Weihe

Besucher Heute: 106
Besucher Online: 2
Max. Tagesrekord: 5328
Besucher Gestern: 490
Besucher Monat: 13828
Besucher Gesamt: 1148716

Letzten 24h: