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24.10.2013 10:00:13
Hut ab und meine vollste Hochachtung. Eine sehr informative und gelungene Seite.
alentuatt
14.02.2013 16:47:23
Super Seite. Vielen Dank.
06.11.2012 11:02:09
Nun bin ich gespannt wie mir deine Seite gefällt...
Annette
28.09.2012 21:24:33
Sehr schön gemacht. Die WebCam gefällt mir besonders
08.09.2012 17:59:22
tolle seite Wink
Bahnhof und Eisenbahn

Geschichte um Bahnhof und Eisenbahn

Vom Jahre 1875 an geht die Zahl der in Neustadt beheimateten Schiffe ständig und rapide zurück. Nannten noch 1875 23 Schiffe Neustadt ihren Heimathafen, so waren es zehn Jahre später nur noch 6 Schiffe.
Zu dieser Zeit hatte auch die letzte größere Schiffswerft bereits aufgehört zu existieren. Ab 1896 bestand die Neustädter Handelsflotte nur noch aus zwei kleinen Fahrzeug von zusammen 62,51 BRT (Bruttoregistertonnen).
Wenn der Bau der "Ostholsteinischen Eisenbahn" von Neumünster nach Neustadt von seiner Projektierung 1845 bis zur Eröffnung 1866 eine so lange Verzögerung erhielt, lag das nicht an den Kriegsverhältnissen, sondern dem Tauziehen der einzelnen Interessenten, die jeder für sich andere Argumente vorbrachten, um die Linieführung zu ändern oder gar zu Fall zu bringen. Jeder hatte andere Motive, teils politischer, teils wirtschaftlicher Art vorzubringen: Dänemark, Hamburg, Lübeck, Altona, Kiel. Unterschiedliche Zollverhältnisse zwischen Holstein, dem Eutiner Fürstentum Lübeck und den Hansestädten erschwerten die Verhältnisse.

Erst als der englische Eisenbahnunternehmer Sir Peto, dem die schleswigschen und jütländischen Bahnen gehörten, 1863 auch die Bahn Rendsburg-Neumünster kaufte und die Strecke über Oldesloe nach Büchen verlängern wollte - wozu er von der dänischen Regierung die Konzession erhielt -, handelte die Altona-Kieler Bahn schnell, um eine gefährliche Konkurrenz für ihre eigene Linie zu verhindern. Sie schloss einen Vertrag mit Mr. Peto ab, in welchem dieser die Rendsburg-Nemünstersche Eisenbahn an die Altona-Kieler Bahn verkaufte, seine Konzession für die Bahn Neumünster-Oldesloe-Büchen abtrat und dafür den Auftrag zum Bau der Bahn Neumünster-Neustadt erhielt. Ohne Behinderung durch die inwzischen erfolgte Besetzung Holsteins durch deutsche Bundestruppen wurde mit dem Bahnbau im Frühjahr 1864 gleichzeitig von den Endpunkten Neumünster und Neustadt aus begonnen. Folgen wir nun den Meldungen des Neustädter Wochenblattes aus dem Jahre 1866.

Neutstadt, den 4. Mai

"Einer Nachricht aus Altona zufolge steht es nunmer definitiv fest, dass die ostholsteinische Eisenbahn am 27. Mai in ihrer ganzen Länge zum ersten Male mit einem von Meumünster aus mit Direction und Ausschuss hierher fahrenden vollständigen Bahnzuge, welcher von hier nach Kiel zurückkehrt, befahren und gleichsam eröffnet werden wird. Am 1. Juni wird die Bahn dann dem Verkehr übergeben werden. Mit einer Draisine ist auch die Bahnstrecke zwischen Eutin und Neustadt bereits mehrfach befahren."

Neustadt, den 18. Mai
"Gestern kam die erste Lokomotive auf unserem Bahnhof an. Die Bahn ist also nun in ihrer ganzen Länge befahren und soll sich auf dieser ersten Probefahrt sehr gut bewährt haben."

Neustadt, den 26. Mai
"Eine besondere, wie sont übliche Feierlichkeit, wird aus Rücksicht auf die Zeitverhältnisse, bei Eröffnung der "ostholsteinischen Eisenbahn" nicht stattfinden. Dagegen haen gestern die Direction und Ausschuss in Begleitung von einigen dazu eingeladenen Behörden und Technikern einen Inspectionszug über die neuerbaute Bahn unternommen und damit die Bahn gleichsam eröffnet.. Dieser Zug ging morgens um 8.30 Uhr von Neumünster ab und traf 11.30 Uhr in Neustadt ein. Hier war zu Ehren des Tages und der ankommenden Gäste Bahnhof und Stadt festlich mit Flaggen, Guirlanden an Kränzen geschmückt. Das Dampfschiff "Neustadt" nahm die geschätzten Gäste in der Nähe des Bahnhofes auf, um mit ihnen eine kleine Tour in See zu machen, legte dann in der Nähe des Badehauses an, wo Festgenossen aus der stadt und Umgebung sich zahlreich eingefunden hatten, um bei vorher arrangirtem Frühstück eine Stunde gemütlich mit den Gästen zu verkehren. Toaste mancherlei Art würzten das heitere Mahl."

Neustadt, den 12. Juni

"Auf der neuen ostholsteinischen Eisenbahn entwickelt sich bereits ein recht lebhafter Personen- und Güterverkehr. Die noch restirenden Arbeiten an der derselben schreiten rasch vorwärts, und unser Bahnhof mit Umgebung gewinnt täglich ein besseres Ansehen. Derselbe ist namentlich des Abends bei Ankunft des letzten  Zuges so bevölkert wie ein Jahrmarkt. Man will von den ankommenden Reisenden noch immer das Neueste von dem Neuen erfahren, und die Leichtgläubigkeit wird dann häufig auch nach ihrem Wunsche bedient. Haarsträubende Geschichten werden erzählt, in den Wirtshäusern weiter verarbeitet und zehnmal vergrößert mit ins Nachtquartier genommen."



Im Kreise Oldenburg wünschte man schon vor Eröffnung der Eisenbahn Neumünster-Neustadt eine Verbidnung zwischen Neustadt und Oldenburg. Bereits im Jahre 1865 hatte sich unter dem Vorsitz des Neustädter Bürgermeisters Kohlbaum deshalb ein Komitee von führenden Persönlichkeiten des Kreises Oldenburg gebildet und von der obersten Zivilbehörde die Genehmigung zur Ausführung des Nivellements erbeten. Diese erfolgte am 27. November 1865.

Aber die Ausführung der Bahn ließ noch lange auf sich warten, da es nicht möglich gewesen war, das erforderliche Baukapital aufzubringen, und das Bauprojekt geriet wohl auch durch die politischen Umwälzungen eine Zeit lang in Vergessenheit. für ein ähnliches Projekt hatte der Ingenieur Kröhnke 1865 die Konzession erhalten, von Hamburg eine Bahn zu planen über Segeberg-Oldenburg-Fehmarn, um eine bessere Verbindung nach Kopenhagen zu schaffen. Obwohl das Projekt in Deutschland von führenden Banken getragen wurde und auch in Kopenhagen Unterstützung fand, konnte es wegen des Krieges nicht zur Durchführung kommen.

Als 1871 erneut das Eisenbahnprojekt Hamburg-Segeberg-Kopenhagen im Gespräch war, wurde man in Neustadt hellhörig und aktiv. Da Preußen aber die Verbindung ab Berlin über Warnemünde für aktueller hielt, wurde aus der holsteinischen Linienführung nichts.
1877 erteilte das preußische Handelsministerium auf ein erneut eingereichtes Gesuch des Kreis-Oldenburger-Bahnkomitees die Genehmigung zur Anfertigung der generellen Vorarbeiten für die Strecke Neustad-Oldenburg-Heiligenhafen. 1878 bildete sich die KOE = Kreis-Oldenburg-Eisenbahn-Gesellschaft. Die Hälfte des Anlagekapitals, das auf 1.200.000 Mark veranschlagt war, übernahm der Kreis Oldenburg, ein Sechstel der preußische Staat und zwei Sechstel trug die Altona-Kieler Eisenbahngesellschaft durch Zeichnung von Aktien bei.
Am 19. Mai 1880 wurde die KOE konzessioniert. Anfänglich bestanden hinsichtlich der Trassierung der Bahn vom Ausgangspunkt Neustadt verschiedene Projekte. Der erste Entwurf sah eine Verlängerung der vorhandenen Strecke Eutin-Neustadt vor; wegen der außerordentlichen Kosten stellte man dieses Projekt jedoch zurück und entschloss sich auf eine Eingabe des Gutes Sierhagen, die Linie über die Burg zu bauen, und zwar sollte der Bahnkörper 3,60m über dem normalen Wasserstand der Ostsee vorgesehen werden. Gegen eine finanzielle Beteiligung des Gutes Sierhagen verpflichtete sich die Bahn, in dem Bahnkörper zwei Schleusen vorzusehen, um den Abfluss des Lachsbekbaches zu ermöglichen. Um eine Gefährdung für umstürzende Bäume bis zu 15m Abstand von der Bahnachse gemessen nach jeder Seite gefällt werden. Die Trasse der Bahn verlief im weiteren Verlauf am Gut Hasselburg vorüber über Groß-Schlamin nach Lensahn und zunächst bis Oldenburg. Innerhalb eines Jahres wurde der eigentliche Bau vollendet, die Betriebseröffnung erfolgte am 30. September 1881. 1898 erfolgte die Verlängerung bis Heiligenhafen, 1903 bis zur Großenbroder Fähre und 1905 auf einer Fähre über den Sund nach Fehmarn.
Die 1866 in Neustadt gebaute überdachte "Perron-Halle" wurde im Mai 1887 wieder abgebrochen und das Material einer Wagenfabrik in Eutin verkauft. Seitdem hat sich der Neustädter Bahnhof außen kaum verändert. -Den direkten Eisenbahnanschluss nach Lübeck erhielt Neustadt erst 1928.
 
(Quelle:  Heimatbuch-Neustadt in Holstein, J.H. Koch, Selbstverlag, 1967S. 197-201)
 
 
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